Es brodelt ein teuflisches Gebräu im musikalischen Underground. Das alte Monster Doom Metal erfährt schon seit Jahren durch Bands wie Neurosis, Buried at Sea, Baroness oder Sunn o))) eine Renaissance und Frischzellenkur. Massivst tiefer gestimmte Gitarren, subtonale Bässe und unendlich langsame Rhythmik plätten mit der beständigen Wucht eines Bulldozers allerorts nicht nur die Ohren der Metalhörerschaft. Auch die Schar der Indie-, Hardcore- und Rockfreunde zieht es immer mehr in ihren Bann. Einer der beste Vertreter hierzulande ist eine Dampfwalze, die auf den Namen BLACK SHAPE OF NEXUS (kurz: B.SON) hört.
Seit 2005 treibt der unheilige Sechser schon sein Unwesen, erspielte sich mit beeindruckenden Liveshows eine überzeugte Fangemeinde und brachte es bisher auf zwei viel beachtete Alben und eine Split-E.P. mit den befreundeten Crowskin.
Die Aufnahmen boten felsenfesten Sludgecore und modernen Doom, wie man ihn von Bands wie Isis und Khanate kennt. Kaum ein Song unterschritt die Fünf-Minuten-Grenze und jeder Einzelne ergoss sich in bleischwerer Langsamkeit und erhabener Düsterheit über den Hörer. Mit ihrem im August erschienenen, dritten Album „Microbarome meetings“ lassen B.SON erstmals den Doom in der Garage und präsentieren vier astreine Ambientsongs voller Schwärze und Heaviness.
Entstanden sind die Aufnahmen 2007, kurz nachdem Schlagzeuger Marco Hauser die Band verließ und die Übriggebliebenen gänzlich ohne Schlagwerk ihren Sound neu ausloteten. Und dieser fährt schon zu Beginn des Albums ohne Umschweife in die Magengrube und die Nervenbahnen des Hörers. Bis aufs äußerste verzerrte Gitarren und ein Bass im Subfrequenzbereich malen über einem Gewitter aus elektronischen Effekten Bilder von der Postapokalypse aus. Unsagbar zäh bäumt sich der Soundkoloss immer weiter auf, bis man jedes Gefühl für Zeit und Raum verloren zu haben scheint. Nach 20 Minuten bricht das Monument zusammen und weicht in Song zwei plinkenden und klonkenden Signalen aus fremden Welten, die so lange anschwellen, bis die immer bedrohlicher werdende Atmosphäre fast zu explodieren droht. Song für Song basteln B.SON einen nerven zerfetzenden
Soundtrack aus fiesen Feedbackschleifen, dichten Gitarrenwänden und elektronischen Klangkaskaden, ohne dass je ein winziges Stück Rhythmus dem Hörer nur ein wenig Halt gibt. Völlig verloren im an- und abschwellenden Klang der Musik erlebt der Hörer fast meditative Momente, wäre da nicht die ungeheure Brutalität der Musik und diese unheilvolle Atmosphäre, die sich wie ein Schleier über die vier Songs des Albums legt.
B.SON legen mit „Microbarome meetings“ ein an Spannung schwer zu überbietendes Album hin, dass jedem Freund von Sunno))), Jesu oder der frühen Earth mächtig die Laune verderben wird. Mögen sie auch weiterhin – und mittlerweile mit neuem Schlagzeuger – den Weltuntergang so beeindruckend vertonen.
Christian Hautz // www.regiomusik.de





