Archive for December, 2008

BLACK SHAPE OF NEXUS : Microbarome Meetings : Review

December 30th, 2008 by

Es brodelt ein teuflisches Gebräu im musikalischen Underground. Das alte Monster Doom Metal erfährt schon seit Jahren durch Bands wie Neurosis, Buried at Sea, Baroness oder Sunn o))) eine Renaissance und Frischzellenkur. Massivst tiefer gestimmte Gitarren, subtonale Bässe und unendlich langsame Rhythmik plätten mit der beständigen Wucht eines Bulldozers allerorts nicht nur die Ohren der Metalhörerschaft. Auch die Schar der Indie-, Hardcore- und Rockfreunde zieht es immer mehr in ihren Bann. Einer der beste Vertreter hierzulande ist eine Dampfwalze, die auf den Namen BLACK SHAPE OF NEXUS (kurz: B.SON) hört.

Seit 2005 treibt der unheilige Sechser schon sein Unwesen, erspielte sich mit beeindruckenden Liveshows eine überzeugte Fangemeinde und brachte es bisher auf zwei viel beachtete Alben und eine Split-E.P. mit den befreundeten Crowskin.
Die Aufnahmen boten felsenfesten Sludgecore und modernen Doom, wie man ihn von Bands wie Isis und Khanate kennt. Kaum ein Song unterschritt die Fünf-Minuten-Grenze und jeder Einzelne ergoss sich in bleischwerer Langsamkeit und erhabener Düsterheit über den Hörer. Mit ihrem im August erschienenen, dritten Album „Microbarome meetings“ lassen B.SON erstmals den Doom in der Garage und präsentieren vier astreine Ambientsongs voller Schwärze und Heaviness.

Entstanden sind die Aufnahmen 2007, kurz nachdem Schlagzeuger Marco Hauser die Band verließ und die Übriggebliebenen gänzlich ohne Schlagwerk ihren Sound neu ausloteten. Und dieser fährt schon zu Beginn des Albums ohne Umschweife in die Magengrube und die Nervenbahnen des Hörers. Bis aufs äußerste verzerrte Gitarren und ein Bass im Subfrequenzbereich malen über einem Gewitter aus elektronischen Effekten Bilder von der Postapokalypse aus. Unsagbar zäh bäumt sich der Soundkoloss immer weiter auf, bis man jedes Gefühl für Zeit und Raum verloren zu haben scheint. Nach 20 Minuten bricht das Monument zusammen und weicht in Song zwei plinkenden und klonkenden Signalen aus fremden Welten, die so lange anschwellen, bis die immer bedrohlicher werdende Atmosphäre fast zu explodieren droht. Song für Song basteln B.SON einen nerven zerfetzenden

Soundtrack aus fiesen Feedbackschleifen, dichten Gitarrenwänden und elektronischen Klangkaskaden, ohne dass je ein winziges Stück Rhythmus dem Hörer nur ein wenig Halt gibt. Völlig verloren im an- und abschwellenden Klang der Musik erlebt der Hörer fast meditative Momente, wäre da nicht die ungeheure Brutalität der Musik und diese unheilvolle Atmosphäre, die sich wie ein Schleier über die vier Songs des Albums legt.

B.SON legen mit „Microbarome meetings“ ein an Spannung schwer zu überbietendes Album hin, dass jedem Freund von Sunno))), Jesu oder der frühen Earth mächtig die Laune verderben wird. Mögen sie auch weiterhin – und mittlerweile mit neuem Schlagzeuger – den Weltuntergang so beeindruckend vertonen.

Christian Hautz // www.regiomusik.de

atka | shimetsu : split mCD : Reviews

December 19th, 2008 by

Ecocentric Records liefern eine Split zweier extremen Grindcore Bands ab. Mit dabei sind Atka aus Giessen bzw. Berlin sowie Shimetsu aus Trier, Düsseldorf und Valencia. Erstere tragen sieben Songs bei und machen den Anfang der Spilt. Die Band macht keine Gefangen. Ihre Spielweise des Grindcore ist selbst für Anhänger des Genres extrem. Wahnwitziges Drumming trifft auf dissonante Gitarrenflitzereien und kranke Vocals. Von Songstruktur kann meist keine Rede sein. Die Band ist immer wieder für Überraschungen gut, so taucht beispielsweise plötzlich ein recht geradliniges Metallead auf, was aber natürlich nicht lange anhält. Die Spielzeit der Songs ist natürlich superkurz. Anders wäre dieser vertonte Terror auch kaum auszuhalten. Den zweiten Teil der Split bestreiten Shimetsu, die nicht minder extrem ans Werk gehen. Wieder wird das Grindcore typische Geschwindigkeitslevel zelebriert. Die Vocals sind ebenso krank, wobei hier vermehrt tiefe Grunts zum Einsatz kommen. Wobei mich wundern würde, wenn hinter den Lauten wirklich Texte stehen. Bei Shimentsu glaube ich etwas mehr Struktur in den Songs erahnen zu können als bei Atka. Abgemischt wurden die Tracks von Shimetsu übrigens von Grindcore Legende Scott Hull (Pig Destroyer, Agoraphobic Nosebleed). Auch wenn ich schon deutlich bessere Grindcore Veröffentlichungen gehört habe, hat diese Split durchaus ihren Charme. Krachfetischisten denen der Sound von Bands wie Pig Destroyer oder Misery Index zu geradlinig ist, könnten hier ihren Spaß dran haben. Schickes Artwork auch. [rg : www.helldriver-magazine.de]

BLACK SHAPE OF NEXUS: Microbarome Meetings : Reviews

December 17th, 2008 by

Wer aus der Not eine Tugend macht, freilich, hat die größeren Chancen zu überleben und auch in schier ausweglosen Situationen eine gute Figur zu machen. Deutschlands beste Sludge-Band BLACK SHAPE OF NEXUS fand sich Anfang des letzten Jahres ohne Drummer. Was tun? Trübsal blasen? Auflösen? Sicherlich nicht. BLACK SHAPE OF NEXUS nutzten die Gunst der Stunde, um ein übles Gebilde zu formen und zu gestalten, ein Monster, das langsam aber sicher in seiner ganzen Schwärze sich verteilt, wie Blut, das auf den Boden tropft, so lange bis die verdammte Bude unter Wasser, pardon, Blut steht. Und dabei alles andere als Sludge ist.

Abartige, finstere Drone-Eskapaden mit der nötigen Dezenz nehmen den Hörer in Gefangenschaft, sind nicht sonderlich brutal und auch nicht ganz so misanthropisch wie das, was SUNN o> auf “Black 1″ verbrochen haben, viel mehr ist der dauerdröhnende Ambient von BLACK SHAPE OF NEXUS wie der Soundtrack zu einem pechschwarzen Science Fiction-Film, als hätte John Carpenter heutzutage ein Remake von “2001 – Odyssee im Weltall” gedreht, selbst komponierten Soundtrack inklusive. Der Titel “Microbarome Meetings” trifft den Nagel auch sehr gut auf den Kopf, selbst wenn vertonte Mikrobarome doch sehr abstrakt sind. Heißt, viele flächige, von Hall unterlegte dröhnende Bässe, die gar außerirdisch klingen, dröhnen eine Stunde lang, drüber schwirren seltsame Gitarren und unheimliche Synthesizer. Und aus dem Hintergrund, quasi wie ein Messer im Rücken, ertönt immer wieder völlig übles und schwer verzerrtes Gekreische, das die Nackenhaare zu Berge stehen lässt. Und doch gibt es auch hier neue Herangehensweisen, wie das bizarre Flüstern beim letzten Track dieses Albums.

Nicht selten wird dies sehr chaotisch, oftmals bleibt man aber auch an den melancholischen Tönen hängen, die sich im Vordergrund bewegen, wie ein Quadrat, das in einem anderen Quadrat schwerelos schwebt. Besonders geglückt ist dies beim dritten Track, doch egal um welches Stück es sich handelt, BLACK SHAPE OF NEXUS präsentieren stets ein hohes Niveau. Klar, “Microbarome Meetings” ist komplett anders als das Debütalbum des Kollektivs, aber nicht minder verstörend und beeindruckend. Natürlich ist dies keine Musik für jede Gelegenheit, aber wenn das Licht gedimmt wird, ebenso die Stimmung und die Färbung der Seele, dann wird dieser Trip zu etwas ganz Besonderem. Nur zu empfehlen, wenn ihr Heaviness auch anders definieren könnt, als mit der Wucht einer übelgelaunten Sludge-Band. Dann jedoch dürft ihr euch diesen extremen, abgefahrenen Trip unter keinen Umständen entgehen lassen.

Veröffentlichungstermin: 1. August 2008

Spielzeit: 66:49 Min.

Line-Up:
Malte Seidel – Vocals
Ralf Bernhardt – Guitar
Geb – Guitar
Michael Bergweilger – Bass, Vocals
Marius Z. – Drums

Label: Ecocentric Records

Homepage: http://www.myspace.com/sadhusonofabitch

Tracklist:
Microbarome a
Microbarome b
Microbarome c
Microbarome d

Quelle: http://vampster.com

atka | shimetsu : split mCD : Reviews

December 16th, 2008 by

ATKA / SHIMETSU – Split -Mcd
Also wer/welche durch das bloße Betrachten des Artworks dieses Silberlings sofort dahinter steigt, mit was für Mucke er/sie da jetzt konfrontiert wird, hat wirklich hellseherische Fähigkeiten. Der Wolf kommt nämlich im Schafspelz daher. Aber warum auch nicht? Das hat auf alle Fälle was. Oder mit anderen Worten (und um mal das Einleitungssample des 12. Songs dieser Split aufzugreifen): I like this calm little moments before the storm…haha! Sobald man das Teil dann erstmal in ein geeignetes Abspielgerät befördert und die Play-Taste betätigt hat, gibt es jedoch keine Fragen mehr. Musikalische Zerstörung ist angesagt! Da kennen die beiden Combos keine Verwandten und entfesseln einen new schooligen Grindcore-Sturm, der vor allem für die Tech-, Frickel- und Chaos-Fraktion interessant sein dürfte. Im Grunde genommen wird sich nichts geschenkt, denn stilistisch ist man ziemlich ähnlich unterwegs. Auch würde ich mich nicht festlegen wollen, wer seine Sache denn nun besser macht. Ebenbürtige Gegner (oder Partner, ganz wie es beliebt) also, die zwar bei weitem nicht so abgefuckt und kaputt wie Zerstörer der BOLZ’N (R.I.P.)- oder BASTARD PEELS-Kategorie zur Tat schreiten, bei denen “easy listening” aber trotzdem ziemlich klein geschrieben wird. ATKA dürfen zuerst ran. Die Band, deren Members übrigens in Giessen und Berlin zu Hause sind, nutzt die Gunst der Stunde, indem sie 7 spieltechnisch einwandfreie und variabel gestaltete (betrifft sowohl Mucke als auch Gesang) Blasts vom Stapel lässt. Wie gesagt, “easy listening” hört anders an. Drauflos klopfen im Hauruck-Verfahren ist ihre Sache nicht. Trotzdem könnte ich mir vorstellen, dass die Mucke auch live funktioniert. Wer/welche ATKA’s Techgrind-Bombardements unbeschadet überstanden hat, sollte dann allerdings nicht den Fehler machen, sich entspannt zurückzulehnen, denn da kommen ja noch SHIMETSU (Members wohnhaft in Trier, Düsseldorf und Valencia) und die langen mindestens genauso fies hin. Allerdings sind sie einen Zacken ballistischer unterwegs. Tiefer gestimmt und death-grindiger noch dazu. Gefangene machen aber auch sie nicht, soweit kommt’s noch! Dass man den in Szenekreisen wohlbekannten Scott Hull (AGORAPHOBIC NOSEBLEED, PIG DESTROYER und hastenichtgesehen) für das Mastering der 10 Songs gewinnen konnte, hat sich meiner Meinung nach ausgezahlt, denn soundtechnisch kracht es doch gar mächtig im Gebälk. Nach Songtiteln oder gar Texten könnt ihr lange suchen, auf die wurde (warum auch immer) nämlich großzügig verzichtet (betrifft beide Bands). Da bleibt einem/r also nichts weiter übrig, als sich von der Mucke berieseln zu lassen und bei eben dieser sollte so manch überbewerteter Herde (beispielsweise aus dem Relapse-Stall) echt angst und bange werden. [Ecocentric Records, www.ecocentricrecords.com] Gerste

Quelle: Campaign for Musical Destruction


FireStats icon Powered by FireStats
  • RSS
  • Facebook
  • Discogs
  • MySpace
  • Tumblr
  • YouTube
  • Vimeo
  • Last.fm