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Endlich mal wieder ein vernünftiges Grindcore-Album, ohne irgendeine pseudomoderne Note seitens verpeilter Metalcore-Kiddies. 26 Songs in knapp 24 Minuten sprechen eine vertraute Sprache und lassen keinen Platz für unnötigen Schnickschnack.
Hier drischt man an den Instrumenten noch gehörig, während der Mastsau vom Metzger nebenan der letzte Atemzug entrungen wird. Trotz aller Knüppeleien garniert man die rockigen Salven mit allerlei technischen Verzierungen, welche die Songs glücklicherweise voneinander abzuheben verstehen. Ebenso erwähnenswert sollten die lyrischen Textzeilen angemerkt werden, welche in ihrer poetischen Darbietung den Spielspaß und Hörgenuss ungemein unterstreichen. Uneingeschränkte Kaufempfehlung! Uwe Kubassa © by Ox-Fanzine / Ausgabe #87 (Dezember 2009/Januar 2010
Rund vierundzwanzig Minuten läuft das Label-Debüt von Bastard Peels bei Ecocentric Records, und läßt den Hörer nach dem Parforce-Ritt durch Technik und Chaos möglicherweise etwas ratlos zurück. Zugegebenermaßen ist „Keine Bilder“ ein ziemlich frischwindiger Mix aus Grindcore, Math-Fetzen und etwas Prog-Zeux. Und daß bei sechsundzwanzig Tracks keine Langeweile auftaucht, ist auch vollkommen klar. Die Attitüde stimmt bei den Österreichern ebenso wie das technische Drumherum. Aber – das Trio gleich als „Erneuerer“ darzustellen, ist doch übertrieben. Vielleicht überholen Bastard Peels Kollegen wie Pungent Stench oder Disharmonic Orchestra, was beim Tempo dieser Scheibe kein Wunder ist. Nur ist das eben auch nicht alles, und als Extremisten stehen die Jungs ganz gewiß nicht allein auf weiter Flur. Was mir konkret auf „Keine Bilder“ fehlt, kann ich nicht genau benennen. Reine Gefühlssache, daß Bastard Peels ihren Weg vorbei an ihren vermeintlichen Vorbildern noch nicht gefunden haben. Wenigstens, das sei gesagt, versinkt der Kram nicht im ChaosCore, sondern hat trotz des wirr anmutenden Getrümmers noch eine gewisse Struktur, Abwechslung, sogar relativ (!) ausladende melodische Parts. Was mich aber definitiv stört, sind die Vocals. Ziemlich stur wird auf Pigsqueals gesetzt, bei denen man mit größter Konzentration zwar auch „Lyrics“ erkennen kann, die ansonsten aber schnell nerven und stören. Wer aber genau das will – extremen, fast improvisierten Grindcore mit „Gesang“ á la Abgestochene Sau – der ist hier richtig. Bastard Peels werden’s dir besorgen…
Ecocentric Records liefern eine Split zweier extremen Grindcore Bands ab. Mit dabei sind Atka aus Giessen bzw. Berlin sowie Shimetsu aus Trier, Düsseldorf und Valencia. Erstere tragen sieben Songs bei und machen den Anfang der Spilt. Die Band macht keine Gefangen. Ihre Spielweise des Grindcore ist selbst für Anhänger des Genres extrem. Wahnwitziges Drumming trifft auf dissonante Gitarrenflitzereien und kranke Vocals. Von Songstruktur kann meist keine Rede sein. Die Band ist immer wieder für Überraschungen gut, so taucht beispielsweise plötzlich ein recht geradliniges Metallead auf, was aber natürlich nicht lange anhält. Die Spielzeit der Songs ist natürlich superkurz. Anders wäre dieser vertonte Terror auch kaum auszuhalten. Den zweiten Teil der Split bestreiten Shimetsu, die nicht minder extrem ans Werk gehen. Wieder wird das Grindcore typische Geschwindigkeitslevel zelebriert. Die Vocals sind ebenso krank, wobei hier vermehrt tiefe Grunts zum Einsatz kommen. Wobei mich wundern würde, wenn hinter den Lauten wirklich Texte stehen. Bei Shimentsu glaube ich etwas mehr Struktur in den Songs erahnen zu können als bei Atka. Abgemischt wurden die Tracks von Shimetsu übrigens von Grindcore Legende Scott Hull (Pig Destroyer, Agoraphobic Nosebleed). Auch wenn ich schon deutlich bessere Grindcore Veröffentlichungen gehört habe, hat diese Split durchaus ihren Charme. Krachfetischisten denen der Sound von Bands wie Pig Destroyer oder Misery Index zu geradlinig ist, könnten hier ihren Spaß dran haben. Schickes Artwork auch. [rg : www.helldriver-magazine.de]
ATKA / SHIMETSU – Split -Mcd Quelle: Campaign for Musical Destruction |
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